Nach Feyerabend

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

"Anything plans" - Erkundungen neuer Planungspfade

Paul Feyerabend (1924-1994) gehörte zu den streitbarsten Philosophen und Wissenschaftstheoretikern des 20. Jahrhunderts. Mit seinen methodologischen wie zugleich undogmatischen und nonkonformen Beiträgen zur Entwicklung von Wissenschaft und Kunst stellt er den Prototypen eines Forschers dar, der bis heute, ja vielleicht gerade heute anregend und herausfordernd wirkt. Mit seinen wegweisenden Publikationen „Wider den Methodenzwang“, „Wissenschaft als Kunst“ oder  „Auf dem Wege zu eine dadaistischen Erkenntnistheorie“ lieferte er in den 1970er und 1980er Jahren einen Fundus an kontrovers diskutierbaren Positionen zum Gewinnen von Erkenntnissen und Einsichten in gesellschaftliche Vorgänge im Zeitenumbruch der Moderne.

Paul Feyerabend lehrte 1977/78 auch an der Gesamthochschule Kassel. Er wohnte im Souterrain eines Hauses am Sandbuchweg 29. In dieser Zeit entstanden wichtige Beiträge zum Verhältnis von Wissenschaft und Kunst. Diesen raum-zeitlichen Bezug zum Anlass nehmend, greift das Lehrformat Forschendes Lernen seine methodologischen Ideen auf und stellt Bezüge zur räumlichen Planung her. Vor allem die Abkehr von tradierten Methoden eines positivistischen Planungsdenkens steht im Vordergrund der Suche nach neuen Zugängen im aktuellen Transformationsdiskurs der Stadtgesellschaft. Die Selbstsuche nach adäquateren Planungsansätzen als den gängigen steht im Mittelpunkt des Forschenden Lernens. Das oft gescholtene „Anything goes“ steht dabei nicht für postmoderne Beliebigkeit, sondern als Herausforderung, eingefahrene Pfade zu verlassen, Fragen an die Planungsroutinen zu stellen, ja diese auch infrage zu stellen und neue Möglichkeiten zu erschließen für ein Planungsverständnis, das sich sozialen, ethischen und ökologischen Prinzipien verpflichtet sieht, diese aber nicht dogmatisch handhabt, sondern Spielräume erschließt. Seine Ideen der Inkommensurabilität, des demokratischen Relativismus oder der anarchischen Erkenntniswege stehen als Stichworte eines Denkens, das selbst befragt werden will und genügend Stoff bietet, eigene Positionen zu überprüfen.

‚Nach Feyerabend‘ ist ein im Forschenden Lernen entwickeltes Format, das zum Semesterende in unkonventioneller Art Bilanz des jeweils erkundeten Wissens zieht und das Gespräch mit anderen über disziplinäre Grenzen hinweg sowie mit Absolventen der Kasseler Schule sucht. Paul Feyerabend ist stiller Beiwohner dieser Gespräche und Inszenierungen …

VERGANGENE VERANSTALTUNGEN

12.02.2019 - Fachwerk mit Feyerabend

 

 

10.07.2018 - Spielplan Nach Feyerabend

29.05.2018 - Caribbean Laboratory Grand Opening

14.12.2017 - Paul's Feyerabendbier